Die ersten 72 Stunden nach dem Stromausfall

Die ersten drei Tage entscheiden darüber, wie der Rest verläuft. In dieser Zeit ist noch nichts organisiert, niemand weiß Genaues, und die meisten Menschen tun das Falsche: Sie warten ab. Diese Liste ist als Ablauf gedacht – der Reihe nach, nicht nach Gefühl.

Stunde 0 bis 1: Lage klären

Ist nur die eigene Wohnung betroffen oder das ganze Viertel? Ein Blick aus dem Fenster auf Straßenlaternen und Nachbarhäuser beantwortet das in Sekunden. Sicherungskasten prüfen, bevor man von einem großflächigen Ausfall ausgeht.

Radio einschalten – batterie- oder kurbelbetrieben. Über UKW laufen die Meldungen weiter, wenn Internet und Mobilfunk längst überlastet sind.

Handy auf Energiesparmodus, Displayhelligkeit herunter. Der Akku muss möglicherweise Tage halten.

Stunde 1 bis 3: Wasser und Wärme sichern

Wasser läuft in vielen Netzen noch eine Weile, bis der Druck abfällt. Diese Zeit nutzen: Kanister, Töpfe, Wannen und Flaschen füllen. Später ist es nicht nachzuholen.

Bei Kälte einen Raum zum Wohnraum bestimmen – möglichst klein, innenliegend, mit wenig Außenwand. Türen zu allen anderen Räumen schließen. Wärme sammelt sich dort, wo sie nicht verteilt wird.

Stunde 3 bis 12: Vorräte und Nachbarn

Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten – ein gefüllter Gefrierschrank hält bei geschlossener Tür rund einen Tag, ein leerer deutlich weniger. Zuerst wird verbraucht, was verdirbt.

Bei den Nachbarn klingeln, besonders bei Alleinstehenden und Älteren. Das kostet zehn Minuten und ist die wirksamste Maßnahme überhaupt.

Tag 1 bis 3: Rhythmus finden

Feste Zeiten für Mahlzeiten und Schlaf, Tageslicht für alles, was Licht braucht, abends eine Beschäftigung. Wer die Struktur früh setzt, kommt deutlich besser durch als jemand, der von Stunde zu Stunde lebt.

Verbrauch mitschreiben: Wasser, Brennstoff, Batterien. Daraus ergibt sich, wie lange der Vorrat reicht – und ob eingeteilt werden muss.

Was in diesen drei Tagen nicht passieren darf

Kein Betrieb von Grill, Gaskocher oder Heizstrahler mit offener Flamme in geschlossenen Räumen ohne ausreichende Lüftung: Kohlenmonoxid ist geruchlos und die häufigste vermeidbare Todesursache bei Stromausfällen. Kein Generator im Keller oder in der Garage. Keine Kerze unbeaufsichtigt.

Die 5 besten Ressourcen und Werkzeuge für die ersten 72 Stunden

1. Kurbeltaschenlampe mit Solarladung

Eine Lampe, die ohne Batterien auskommt, ist die Rückfallebene, wenn der Vorrat leer ist. Kurbel und Solarzelle zusammen bedeuten: Sie funktioniert auch am dritten Tag noch.

2. Wasserkanister, zweimal 20 Liter

Vierzig Liter decken den Trinkbedarf einer vierköpfigen Familie für mehrere Tage. Lebensmittelecht und mit Schraubdeckel – gefüllt wird, solange der Druck noch da ist.

3. Campingkocher mit vier Gaskartuschen

Warmes Essen und heißes Wasser sind in einer kalten Wohnung mehr als Komfort. Verwendung ausschließlich bei ausreichender Lüftung und niemals in geschlossenen Räumen ohne Frischluft.

4. Batterien AAA im Vierzigerpack

Lampen, Radio, Fieberthermometer – der Verbrauch ist höher, als man schätzt. Alkaline-Batterien halten bei kühler Lagerung viele Jahre; das Haltbarkeitsdatum steht auf der Verpackung.

5. Notfallradio mit DAB+, Batterie und Kurbel

Die Verbindung zur Außenwelt, wenn Mobilfunk und Internet ausfallen. Kurbelbetrieb als Rückfallebene, DAB+ und UKW für die Sender, die im Ernstfall weitersenden.

Fazit

Lage klären, Wasser fassen, einen Raum warm halten, bei den Nachbarn klingeln, Rhythmus setzen. In dieser Reihenfolge. Und die eine Regel, die keine Ausnahme kennt: keine offene Flamme ohne Lüftung.

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